Wie ein Zählerplatz aufgebaut ist
Der Planer rechnet in denselben Größen, in denen auch die Norm denkt. Wer die drei Grundmaße kennt, versteht sofort, warum ein Gerät an eine Stelle passt — oder eben nicht.
Die drei Grundmaße
- 250 mm
- Feldbreite
Ein Feld ist die senkrechte Grundeinheit des Schranks. Mehrere Felder nebeneinander ergeben den kompletten Zählerschrank.
- 150 mm
- Baueinheit (BE)
Die Höhe wird in Baueinheiten gezählt. Ein Zählerplatz ist 3 BE hoch, AAR, RfZ und NAR je 2 BE, eine Verteilerreihe 1 BE.
- 17,5 mm
- Teilungseinheit (TE)
Die Breite von Reiheneinbaugeräten. Ein einpoliger LS belegt 1 TE, ein vierpoliger FI 4 TE. In eine Reihe passen 12 TE.
Die Räume im Feld
Ein Zählerfeld liest sich von oben nach unten: anlagenseitiger Anschlussraum, Zählerplatz, Raum für Zusatzanwendungen und netzseitiger Anschlussraum. Jeder Raum nimmt nur bestimmte Geräte auf — der Planer prüft das beim Setzen.
Weil VDE-AR-N 4100 einen AAR von 300 mm verlangt, sind nur noch Bauhöhen von 1100 mm und 1400 mm zulässig.
Anlagenseitiger Anschlussraum
Über dem Zähler, 300 mm hoch. Hauptleitungsabzweigklemmen und bis zu drei abzweigende Wechselstromkreise je Zählerplatz, zusammen höchstens 6 TE.
Zählerplatz
Aufnahme für den Zähler — Anschlusskassette BKE-I für eHZ oder Dreipunktbefestigung.
Raum für Zusatzanwendungen
Unter dem Zähler. Nimmt Smart-Meter-Gateway und Steuertechnik auf; eine RJ45-Buchse nach DIN EN 60603-7 ist vorzusehen.
Netzseitiger Anschlussraum
Unten, 300 mm hoch. Fünfpoliges Sammelschienensystem, SLS-Schalter als Trennvorrichtung, Platz für Überspannungsschutz.
Verteilerfeld
Reihen für Reiheneinbaugeräte: FI, LS, FI/LS, Zeitschaltgeräte.
Multimediafeld
Kommunikationsfeld. Nimmt den Abschlusspunkt Zähleranlage (APZ) und Netzwerktechnik auf.
TSG-Platz
Dreipunkt-Platz für das Steuergerät der steuerbaren Verbrauchseinrichtungen.
Was der Planer prüft — und warum
SLS und Sammelschiene im NAR
Der netzseitige Anschlussraum ist grundsätzlich mit einem fünfpoligen Sammelschienensystem auszustatten; der selektive Hauptleitungsschutzschalter ist die Trennvorrichtung der Kundenanlage. Die Nennstromstärke gibt der Netzbetreiber vor.
Höchstens 6 TE im AAR
Über dem Zähler dürfen bis zu drei abzweigende Wechselstromkreise sitzen, zusammen höchstens 6 TE je Zählerplatz. Alles Weitere gehört ins Verteilerfeld.
RJ45-Buchse im RfZ
In jedem Zählerschrank ist im Raum für Zusatzanwendungen eine RJ45-Buchse nach DIN EN 60603-7 vorzusehen und über eine Datenleitung zum APZ zu führen.
Fehlerstromschutz für Steckdosenstromkreise
Steckdosenstromkreise bis 32 A brauchen einen RCD mit 30 mA Bemessungsfehlerstrom. Der Planer meldet es, wenn Leitungsschutzschalter ohne FI eingeplant sind.
Höchstens sechs Stromkreise je FI
Fällt ein FI aus, sollen nicht zu viele Kreise gleichzeitig dunkel werden. Der Planer warnt, sobald ein FI zu viele Abgänge trägt.
APZ im eigenen Gehäuse
Der Abschlusspunkt Zähleranlage ist die Schnittstelle zwischen APL und Zählerplatz. Er braucht ein eigenes abgeschottetes, plombierbares Gehäuse im Verteiler- oder Multimediafeld — eine Montage außerhalb des Schranks ist nicht zulässig.
Unbelegte Zählerplätze verschließen
Nicht belegte Zählerfelder sind berührungssicher, spannungsfrei und gegen Wiedereinschalten gesichert zu verlassen.
Überspannungsschutz
Nach DIN VDE 0100-443 und -534 ist Überspannungsschutz in Wohngebäuden vorzusehen. Bei äußerem Blitzschutz wird zusätzlich ein Typ-1-Ableiter nötig.
Am schnellsten versteht man es beim Ausprobieren.
Zählerplatz planenDiese Seite fasst die Grundlagen für die Bedienung des Planers zusammen und ersetzt weder die geltenden Normen noch die TAB Ihres Netzbetreibers. Die fachliche Verantwortung für die Ausführung liegt beim eingetragenen Elektrofachbetrieb.